Um aus Ihrer Biogas- oder Biomethananlage das Beste rauszuholen, ist auch das richtige Futter der Anlage relevant. Damit das stimmt, sollte der Gärverlauf von Mais, Grünroggen und anderem Siliergut entsprechend gesteuert werden. Wir haben Tipps und Tricks, damit Sie mehr Energie aus Ihrer Ernte rausholen.
Maisernte 2026
Reife
Um die Reife der Maispflanzen zu bewerten kann man sich die Lieschblätter und Maiskörner angucken. Die Lieschblätter sollten zur optimalen Ernte bereits braun und trocken sein. Ab dem Zeitpunkt sollte man in den Bestand gehen und sich die Kolben genauer angucken. Am besten pflückt man einen Kolben, zeiht die Lieschblätter ab und bricht ihn in der Mitte durch. Sind die Körner bis in die Spitze trocken, ist das ein gutes Zeichen. Der optimale Erntezeitpunkt ist dann, wenn die Stärkeinlagerung komplett abgeschlossen ist. Das kann man daran erkennen, dass der schwarze Punkt am Korngrund erscheint.
Ernte
Für eine optimale Silierung ist die Häckselqualität ein wichtiges Kriterium. Deswegen sollte man sich vorher mit dem Lohnunternehmer abstimmen: die optimale Häcksellänge sind 3,5 mm, denn je mehr Oberfläche ich habe, desto besser ist das Material nachher im Fermenter vergärbar. Angestrebt wird zudem ein Trockenmassegehalt von 35 - 36 % TS.
Auch die passende Walztechnik sit entscheidend: Egal, ob mit Schlepper oder Radlader gewalzt wird, alles an Gewicht was geht.
Siliermittel
Siliermittel sichern das Energiepotential der Ernte: So wird der Energiegehalt der Silage bis in den Fermenter erhalten und eine Nacherwärmung unterdrückt. Denn Erwärmung bedeutet immer Energieverlust, was auf jeden Fall vermieden werden sollte. Zudem werden Dank dem Einsatz von Siliermitteln die leicht löslichen Kohlenhydrate erhalten. Der Einsatz von Siliermitteln um den Energiegehalt zu erhalten wird vor allem immer wichtiger, wenn der Maisanteil in der Anlage sinkt.
Reife
Die Grünroggenernte steht meist Anfang Mai an. Den optimalen Zeitpunkt erkennt man daran, dass die Grannen der Pflanze spitzen. Bei der Pflanze auf dem Bild ist es fast soweit. Hier kann voraussichtlich in den nächsten zwei Tagen geerntet und siliert werden.
Ernte
Die Ernte erfolgt im Regelfall mit Scheibenmähwerken mit Schwadzusammenführung, damitman das Material wenig bewegen muss. Wichtig ist dabei dann eine Schnitthöhe von 7-8 cm, damit man nicht so viel Schmutz in die Silage bekommt. Dann lässt man das Material 1 -2 Tage anwelken, bevor es mit einer angepassten Häckslereinstellung, Länge zwischen 10 und 20 mm, gehäckselt und dann einsiliert wird.
Siliermittel
Die Anforderung bei der Silierung von Grünroggen ist sehr hoch. In den großen Schwaden trocknet das Material sehr schlecht an. Das sorgt für niedrige TS- und Zuckergehalte, wenige, natürliche Milchsäuren und damit für eine sclechte Vergärung. Anzeichen dafür sind ein hoher Anfall von Sickersaft und Buttersäuregärung. Um das zu verhindern, ist der Einsatz von einem homofermentativem Siliermittel erforderlich.
Siloferm HC ist besonders geeignet aufgrund der eingesetzten, unterschiedlichen Milchsäurebakterien. Diese arbeiten jeweils auf unterschiedlichen pH-Werten und drücken so im Zusammenspiel den pH-Wert weiter runter.
Beim Einsatz frischer Maissilage, welche noch nicht ausreichend lange siliert ist, kommt es immer wieder zu
Prozessstörungen in der Biogasanlage. Die Ursache liegt an mangelnder Faser- und Stärkeverdaulichkeit, welche sich
erst mit zunehmender Silierdauer verbessert.
Silierung
- Frischmais sollte mindestens drei Monate durchsilieren, bevor er als Biogassubstrat verwendet wird.
- Muss der Frischmais schon vor Ablauf dieser drei Monate z.B. aufgrund von Futterknappheit eingesetzt werden, ist der Einsatz von Siliermitteln und Enzymen dringend zu empfehlen.
- Durch den Siliermittel- und den Enzymeinsatz wird die Faserverdaulichkeit erhöht und die Substratausbeute gesteigert.
Aufgepasst: Silosickersaft
- Je nach Trockensubstanzgehalt der Maissilage kann es zu erhöhtem Anfall von Silosickersaft aus der Maissilage kommen.
- Silosickersaft hat einen niedrigen pH-Wert und enthält schnell verfügbare Kohlenhydrate. Bei größeren Zugabemengen kann das Prozessstörungen im Fermenter verursachen.
- Um Prozessstörungen durch Silosickersaft vorzubeugen, sollte die Pufferkapazität (TAC-Wert) im Gärsubstrat analysiert und unter Umständen mit Natriumbicarbonat angehoben werden.
Sowohl Frischmais als auch Sickersäfte stellen eine Herausforderung für die Fermenterbiologie dar. Daher sollte während des Einsatzes sowohl die Entschwefelung (Eisenhydroxideinsatz), als auch die Versorgung mit Spurenelementen optimiert werden, um den Prozess möglichst wenig zu belasten und bestmöglich zu unterstützen.
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